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Abrissverfügung

Wurde ein Haus oder Anbau illegal errichtet, kann die Bauaufsichtsbehörde den Abriss anordnen. Das kann verhindert werden, wenn der Bauherr nachträglich eine Baugenehmigung beantragt und diese Genehmigung auch erteilt wird.

Falls das Gebäude oder der Anbau grundsätzlich im Einklang zum Baurecht steht, wird die Abrissverfügung nicht erteilt. Das gilt auch für den Fall, dass ein Gebäude zu einem früheren Zeitpunkt gemäß der Bauordnung gebaut war. Die Abrissverfügung kann dann nicht erteilt werden, es gilt Bestandsschutz.


Die Behörde muss die Verhältnismäßigkeit wahren. Das heißt: Der Schaden für den Bauherrn bzw. Eigentümer darf nicht im krassen Missverhältnis zum öffentlichen Interesse stehen. Beispiel: Das Versetzen einer Außenwand um wenige Zentimeter ist unverhältnismäßig falls die Baumaßnahme mehr als 10.000 € kostet würde.

Ausgenommen davon sind Bauten, die vom Bauherrn bewusst "falsch" gebaut wurden.

Und falls die Behörde trotz Kenntnis eines unzulässigen Bauvorhabens jahrelang nicht einschreitet, darf ebenfalls keine Abrissverfügung erteilt werden. Der Bauherr kann annehmen, die Behörde hätte sich nachträglich mit dem Bau "abgefunden."

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Bauamt
Abstandsflächen zu Grundstücksgrenzen